Tropische Chusqueen

Unsere absoluten Lieblinge sind die tropischen Chusqueen!
Zu unserem Erstaunen hat sich gezeigt, daß die tropischen Chusqueen viel leichter zu halten sind als die Winterharten. Und sie lassen sich hervorragend im Kübel kultivieren.
Dennoch sind alle Chusqueen sensibel und reagieren auf Veränderungen sehr mimosenhaft.
Viele der tropischen Chusqueen sind Spreizklimmer, d.h. sie entwickeln Methoden, an Felsen oder in Bäumen zum Licht emporzuklettern und sich dort durch starke Seitenäste unverrückbar festzuhalten.Dies macht natürlich die Kultur im Kübel nicht einfacher, auch ist der Habitus dieser Pflanzen teilweise nicht sehr dekorativ, hier muß man durch spezielle Maßnahmen und Schneidetechniken Abhilfe schaffen.


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Chusquea coronalis
 


Sie war (zusammen mit Pittieri) unsere erste tropische Chusquee.
coronalis


Den Winter über entwickelte
sie sich prächtig.
Schließlich mußten wir sie in
ein Klettergerüst stecken.
Doch im Laufe des Frühjahrs
passte ihr etwas nicht.
Und was tut sie dann?
Richtig, sie wirft unverzüglich
alle Blätter ab.
Wie immer beblätterte sie
sich aber rasch wieder...
coronalis
Doch kurze Zeit später begann sie zu blühen.

Heute


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ist sie größer und prächtiger


Aber wir zittern noch immer,
weil wir nicht wissen, ob es
eine Stressblüte war, oder ob
sie demnächst wieder in Blüte
geht. Auch wenn sie die
schönsten Blüten hat, die wir
jemals an einem Bambus
sahen, wir möchten sie nicht
wieder blühen sehen.


denn je !


coronalis
Ihre Blätter sind zart
wie Seide.
 
coronalis
Ihre Halmscheiden sind äußerst rauh und mit winzigen Widerhaken versehen. Diese Häkchen in der Haut sind unangenehmer als Hagebuttenhärchen.
Inzwischen ist sie eine sehr schöne,große Chusquee. die von vielen Leuten bewundert wird.


 

Chusquea pittieri

Sie stammt, wie auch coronalis, aus Costa Rica und Mexico. Sie wächst dort im tropischen Regenwald,(also tiefer und wesentlich wärmer als beispielsweise Ch. tomentosa) und will möglichst viel Luftfeuchtigkeit. Wie auch Ch. coronalis ist sie eine Kletterpflanze und erreicht dort unglaubliche Längen (25m!! lange Halme bei 5cm Durchmesser).

 
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Bei uns bereitete es ihr letztes Jahr viel Vergnügen, ständig in der Dachrinne herumzuwachsen.
Ihre Blätter sind tiefgrün und etwas rauh. Also nicht so zart wie die von Coronalis.

pittieri
Beeindruckend ist
es, wenn sie
beginnt, ihre
Kränze zu öffnen.p

Aus jedem Kranz kommt
zusätzlich ein langer Zweig
(Halm), an dem sich erneut
kleine Kränze bilden. Aus
jedem Kranz kommen
kleine weiße, stiftförmige
Knöllchen, ihre Luftwurzeln.Wo immer diese auf Erde treffen,bewurzeln sie sich.
p

Pittieri ist eine bizarre
Schönheit, mit bambus-
typischen Blättern und
einem eigenwilligen
Habitus.
pittieri
c c c
  Inzwischen ist ihr längster Halm ca. 6m lang, worüber wir zwar einerseits etwas stolz sind, andererseits stellt sie uns aber vor einige logistische Probleme beim Überwintern.Glücklicherweise ist sie die mit Abstand robusteste Chusquee.  
 

Chusquea tomentosa

Sie ist eine unserer Favoriten. Ich habe sie im Buch gesehen und wollte sie unbedingt haben. Doch es waren drei Versuche nötig, bis wir eine hatten, die es bei uns aushalten wollte.

 
tom

 

Tomi, wie wir diese Chusquee nennen, stammt aus Costa Rica und wächst dort in einem immergrünen Eichenwald.
Es erwies sich als sehr schwierig, über die Lebensbedingungen -am Naturstandort- Informationen zu bekommen.

Die Blätter sind sattgrün. Die Halme rötlich braun. tom
 


Dieser immergrüne Eichenwald ist in ca. 2800m Höhe. Die Temperatur liegt zwischen 6C und 21C. Es kann innerhalb von 24 Stunden dieser Temperaturunterschied voll ausgenutzt werden. Aber es wird nie unter 0C und niemals wärmer als 21C, Sommer wie Winter.Im Sommer ist es bis Mittags meistens trocken, dann fängt es an zu regnen,und das bis in die Morgenstunden des folgenden Tages.
Somit glaubten wir, Tomentosa mag es sehr feucht und schattig. Irrtum! Wir haben die Sonnenintensität in diesen Ländern, in diesen Höhen, weit unterschätzt. Außerdem haben wir gelesen, daß viele Pflanzen in Kultur ganz andere Bedingungen verlangen als am Naturstandort.

 
Wenn die Kränze aufplatzen, so ist dies ein großes Schauspiel, für längere Zeit.

tom
tom
Diese Chusquee, klettert -im Gegensatz zu Coronalis und Pittieri- nicht. Sie hat einen schönen geraden Halm. Der Längste, den unser Tomi
gerade gemacht hat, ist ca. 2,50m hoch. Aber das kann
Tomi sicher noch besser...
wir werden sehen.
tom

Die Kränze wirken wie große Grasbüschel, die
an einem Halm
wachsen.
Die neuesten Halme mußten wir bei 3.50m abschneiden, da wir sonst Probleme mit der Unterbringung im Winter bekommen hätten.Sie wären ca. 4.5 bis 5m hoch geworden.
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Chusquea subtilis

Auch sie stammt aus Costa Rica und stammt aus der gleichen Klimazone wie
Ch. tomentosa. So ist es nicht verwunderlich, daß die beiden sich im Habitus sehr ähnlich sehen. Dennoch scheint sie etwas mehr Wärme und Sonne zu vertragen, beziehungsweise zu mögen.

 
subtilis
Wie tomentosa hat auch sie sehr schmale, längliche Blätter. Jedoch sind ihre Blätter leuchtend hellgrün. Was sie sehr zierlich (zerbrechlich) wirken läßt.
subtilis
subtilis



Wie groß sie wird, ist noch nicht zu sagen, denn sie ist noch jung. Aber schon fleißiger als Tomentosa.
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Ihre Halme haben ebenfalls einen rötlich braunen Ton, aber meist nur an den
Knoten.
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Nach 3 Jahren kann man sagen, daß sie sich sehr gut entwickelt hat.Kein Sonnenanbeter, wie es auch zu ertwarten war, und ansonsten recht problemlos.
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Chusquea liebmannii

Unsere kleine Mexikanerin ist uns sehr ans Herz gewachsen. Wir hatten vorher noch kein Bild von ihr gesehen, wir wußten nur, daß es auch ein Kletterer ist. Wir waren angenehm überrascht und fasziniert, als wir sie erblickten.

 
liebmannii
Wir haben sie als Sämling bekommen. Ihre Mutter war Chusquea Liebmannii und blühte in Mexico am Straßenrand.
Links ist sie zu sehen, einige Wochen nachdem wir sie bekommen hatten.
liebmannii
Und so sieht sie gut ein halbes Jahr später aus.
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Und diese Bilder sind 3Jahre später aufgenommen worden.Ein "leichter" Unterschied.

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Das Liebmannii-Baby hat die Angewohnheit, ihre dunklen Halme zunächst fast waagrecht aus dem Boden kommen zu lassen. Dann beginnt sie diese mehr und mehr aufzurichten, bis sie völlig gerade noch oben stehen.
 

liebmannii
Die Form ihrer Blätter ist für einen Bambus eher untypisch. Obwohl z.B. auch Shibataea eine ähnliche Blattform hat. Und noch etwas ist ungewöhnlich an ihren Blättern, stellt man sie in die volle Sonne, so bekommen sie eine starke, weiße Panaschierung. Im Schatten verschwindet diese rasch wieder.Generell verträgt sie aber keine volle Sonne.
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Wir sind sehr gespannt, wie sie sich noch entwickeln wird. In jedem Fall aber möchten wir das Baby nicht mehr missen.



Chusquea mimosa 'Australis'

Auch diese Chusquee ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes.
Sie stammt aus dem Süden Brasiliens (Rio Grande do sul). Und was Wasser anbelangt, ist sie äußerst empfindlich. Es darf keinesfalls zuviel sein, aber natürlich sollte sie auch nicht verdursten. Ein schwerer Drahtseilakt, auf dem man da balanciert.

 
mim mim
Ihr Laub (ein Hauch von nichts) ist fast so luftig und leicht wie das von Ch. Coronalis. Allerdings ist sie keine Kletterchusquee.
Auch die Art, wie sie ihre Halme beblättert, sieht ungewöhnlich aus.
(Auf dem linken Bild ist dies zu erkennen.)
Noch nie zuvor haben wir auf diese Weise Sprossen austreiben sehen. Beim ersten Mal dachten wir; sie sind deformiert. Doch dann gewöhnten wir uns daran, das die Sprossen oben offen sind, wie aufgeplatzt.
Fast zerfranst sehen sie aus.
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Und so sieht sie heute (2004) aus. Kaum vorstellbar, was aus ihr geworden ist.Und über die Probleme und Rückschläge könnten wir fast ein Buch schreiben.
Sie heißt zu Recht 'Mimosa'.
Aber ihr unglaubliches Laub und ihre ungewöhnlichen Halme entschädigen uns vollkommen dafür.
Inzwischen wissen wir, ihr Laub ist noch zierlicher als das von Coronalis, und sie ist doch! eine Kletterchusquee.Zumindest ein Spreizklimmer, wie die starken, dominanten Zweige zeigen, die an jedem Kranz entstehen.

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Besonders attraktiv sind ihre sehr dunkelroten (später violetten) Halme. Also in vielerlei Hinsicht eine ungewöhnliche Chusquee.


Chusquea unbekannt

Wir nennen Sie Bayer, ganz einfach, weil wir sie aus dem bayrischen Raum bezogen haben.
Sie wurde uns ursprünglich als eine andere Sorte von Ch. mimosa angeboten und da wollten wir sie unbedingt haben. Als wir sie abholten, war klar, daß sie keinesfalls Mimosa sein kann, denn die Art hat ganz andere Merkmale.
Da wir sie bislang nicht identifizieren konnten, ist es auch schwer gewesen, ihre Ansprüche zu erkunden. Nur eines ist sicher, Sonne und zuviel Bodenfeuchtigkeit mag sie nicht.

 
Wir haben sie erst Ende des Sommers 2001 bekommen und sie war nicht im allerbesten Zustand. Doch sie hat sich gut erholt, und von den verbrannten Blattspitzen ist nicht mehr viel zu sehen.
Wie alle Chusqueen hat auch sie einen besonderen Charme und somit einen festen Platz unter unseren Chusqueen gefunden.
 
b
 

Zum Schluß bleibt noch zu sagen, viele Einzelheiten kann man gar nicht alle beschreiben, aber oft ist auf den Bildern -in Groß- solches zu erkennen
(wie z.B. Behaarung).
Und wir sind absolute Fans von tropischen Chusqueen geworden. Die Tropischen bieten eine viel größere Vielfalt und sind (bislang) bei weitem problemloser als die (bedingt) Winterharten.
Und für die Kübelhaltung ideal, was man von den Winterharten nicht gerade behaupten kann.

 

 

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